Platin Eigenschaften: Kennwerte, Vergleich und Anwendungen des Edelmetalls im Überblick

Sie möchten die Eigenschaften von Platin verstehen und wissen, was dieses Edelmetall so besonders macht? Zu den Platin Eigenschaften zählen physikalische Kennwerte wie Dichte und Schmelzpunkt, eine außergewöhnliche Korrosionsbeständigkeit sowie katalytische Fähigkeiten, die das silbrig-weiße Übergangsmetall mit der Ordnungszahl 78 auszeichnen. Der Ratgeber bündelt die wichtigen Kennwerte in einem Steckbrief, vergleicht Platin mit Gold, Silber und Palladium und zeigt Anwendungen aus Schmuck, Medizin und Industrie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ordnungszahl 78, silbrig-weiße Optik: Platin ist ein Übergangsmetall mit dem Symbol Pt aus der 10. Gruppe.
  • Dichte beträgt 21,45 g/cm³: Damit ist Platin schwerer als Gold und drittdichtestes Element überhaupt.
  • Schmelzpunkt liegt bei 1768,3 Grad: Die hohe Hitzebeständigkeit nutzen Labor und Industrie, etwa für Platintiegel.
  • Gute Körperverträglichkeit: Platin steckt in Herzschrittmachern und Dentallegierungen, die Platinverbindung Cisplatin dient als Krebsmedikament.
  • Hervorragende Korrosionsbeständigkeit: Platin reagiert weder mit Salz- noch mit Salpetersäure und läuft nicht an.
Von
Andreas Speckmann
31.07.2026
Geschmiedeter Platin-Ehering neben einem Platin-Barren auf einer Goldschmiede-Werkbank.

Platin Steckbrief: Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick

Der folgende Steckbrief zeigt auf einen Blick, was Platin auszeichnet. Er bündelt die Kennwerte für eine erste Einordnung, egal ob für Schule oder den Schmuckkauf.

EigenschaftWert
Chemisches SymbolPt
Ordnungszahl78
Gruppe / Periode10. Gruppe / 6. Periode
Farbesilbrig-grau bis grau-weiß
Dichte21,45 g/cm³
Schmelzpunkt1768,3 Grad Celsius
Siedepunkt3827 Grad Celsius
Mohshärte3,5 (reines Platin)
Oxidationszahlen+II, +IV, +VI (am stabilsten: +II und +IV)
HauptvorkommenSüdafrika, Russland, Simbabwe

Besonders die Kombination aus hoher Dichte, hohem Schmelzpunkt und chemischer Beständigkeit unterscheidet Platin von anderen Metallen.

Physikalische und chemische Eigenschaften von Platin im Detail

Ist Platin hart oder weich? Mohshärte und Verarbeitung

Reines Platin ist mit einer Mohshärte von 3,5 ein eher weiches Metall und kaum härter als Gold. Schmucklegierungen wie Pt 950 sind härter als reines Platin. Platin lässt sich gut schmieden, walzen und zu hauchdünnen Folien oder feinsten Drähten verarbeiten. Für Steinfassungen gibt es eigene Schmucklegierungen, etwa Fasserplatin mit 96 Prozent Platin und 4 Prozent Palladium.

Weil reines Platin für den Alltag zu weich wäre, verarbeitet die Schmuckindustrie es überwiegend als Legierung mit einem Feingehalt von 950 Teilen. Die restlichen Anteile bestehen oft aus Ruthenium, Iridium oder Kupfer und erhöhen die Kratzfestigkeit deutlich.

Korrosionsbeständigkeit und Reaktion mit Wasserstoff & Sauerstoff

Die Korrosionsbeständigkeit von Platin ist außergewöhnlich: Es löst sich weder in Salz- noch in Salpetersäure und läuft an der Luft nicht an. Königswasser löst Platin, auch verschiedene heiße Salzschmelzen greifen es an.

Platin hat außerdem katalytische Eigenschaften: Im aktivierten Zustand bindet Platin Wasserstoff und Sauerstoff an seiner Oberfläche, sodass beide Gase beispielsweise zu Wasser reagieren. Die katalytische Wirkung von Platin wird in Fahrzeugkatalysatoren und Brennstoffzellen genutzt.

Heißes Platin reagiert mit Schwefel, Phosphor und Kohlenstoff. Deshalb dürfen in Platintiegeln nur bestimmte Stoffe erhitzt werden.

Platin im Vergleich zu Gold, Silber und Palladium

Neben Platin gehören auch Gold, Silber und Palladium zu den klassischen Edelmetallen, unterscheiden sich aber deutlich in ihren Kennwerten.

EigenschaftPlatinGoldSilberPalladium
Farbesilbrig-weißgelbweißsilbrig-weiß
Dichte (g/cm³)21,4519,3010,4912,02
Schmelzpunkt (°C)176810649621555
Mohshärte3,52,5 bis 32,5 bis 34,75

Nach Zahlen des US Geological Survey wurden 2025 weltweit rund 170 Tonnen Platin und rund 3.300 Tonnen Gold gefördert. Die Platinförderung liegt damit rund 19-mal unter der Goldförderung.

Anwendungen: Von Trauringen über Herzschrittmacher bis Fahrzeugkatalysator

Trauringe und Schmuck aus Platin

Wegen seiner hohen Haltbarkeit und Anlaufbeständigkeit eignet sich Platin besonders für hochwertige Schmuckwaren wie Trauringe aus Platin. Wer alternative Materialien vergleichen möchte, findet eine Auswahl an Ringen aus Edelmetall.

Medizin: Cisplatin und Herzschrittmacher

In der Medizin wird Platin geschätzt, weil Allergien gegen metallisches Platin selten sind. Platin steckt in Herzschrittmachern, medizinischen Implantaten und Zahnersatz-Legierungen. Auch das Krebsmedikament Cisplatin basiert auf einer Platinverbindung.

Daneben nutzt die Industrie Platin in Fahrzeugkatalysatoren und in der Glasherstellung. Auch der Internationale Kilogrammprototyp aus 90 % Platin und 10 % Iridium definierte das Kilogramm bis 2019. Seitdem ist die Einheit über die Planck-Konstante definiert.

Fazit: Warum Platin ein besonderes Edelmetall ist

Platin vereint hohe Dichte, hohen Schmelzpunkt, hervorragende Korrosionsbeständigkeit und gute Hautverträglichkeit. Platinschmuck läuft nicht an. Wir kaufen auch Platin an und rechnen auf Basis des tagesaktuellen Börsenkurses, mehr dazu beim Edelmetallankauf. Prüfen Sie bei jeder Kaufentscheidung, ob die Platin Eigenschaften zu Ihrem konkreten Einsatzzweck passen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Besondere an Platin?

Platin besitzt nach Osmium und Iridium die drittgrößte Dichte aller Elemente und bemerkenswerte katalytische Fähigkeiten. Zudem liegt die jährliche Fördermenge rund 19-mal unter der von Gold. Diese Kombination macht Platin wertvoll für Schmuck, Medizintechnik und Fahrzeugkatalysatoren.

Was hat Platin für Eigenschaften?

Platin ist silbrig-weiß, hat eine Dichte von 21,45 g/cm³, einen Schmelzpunkt von 1768,3 Grad Celsius und eine Mohshärte von 3,5 (reines Platin). Es ist korrosionsbeständig, läuft nicht an und wirkt katalytisch auf Wasserstoff und Sauerstoff. Die Ordnungszahl beträgt 78, das Symbol lautet Pt.

Was bewirkt Platin im Körper?

Allergien gegen Platinschmuck sind selten, kommen aber vor. Platin steckt in Herzschrittmachern, medizinischen Implantaten und Zahnersatz-Legierungen. Die Platinverbindung Cisplatin wird in der Chemotherapie gegen bestimmte Krebsarten eingesetzt.

Ist Platin hart oder weich?

Reines Platin ist mit einer Mohshärte von 3,5 vergleichsweise weich und kaum härter als Gold. Für Schmuck wird es deshalb meist als Legierung mit 950 Teilen Feingehalt verarbeitet, häufig kombiniert mit Ruthenium oder Iridium zur Erhöhung der Kratzfestigkeit.

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